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Werkstätten des Wissens zwischen Renaissance und Aufklärung by Helmut Zedelmaier

Posted On March 23, 2017 at 4:43 pm by / Comments Off on Werkstätten des Wissens zwischen Renaissance und Aufklärung by Helmut Zedelmaier

By Helmut Zedelmaier

Suchmaschinen vermitteln uns im globalen Netz Informationen sekundenschnell. Wie wir Informationen suchen, wie wir lesen und das Gelesene verarbeiten, hat sich radikal verändert. Einem ebenso tiefgreifenden Wandel sind die Agenturen und Institutionen unterworfen, die Wissen aufbereiten, es in Bewegung setzen und verkaufen. Die Erfahrung von Veränderung schärft die historische Aufmerksamkeit für alltägliche Praktiken der Wissensproduktion, ihre historischen Kontexte und Transformationen. Helmut Zedelmaier untersucht Wissenspraktiken von Gelehrten zwischen Renaissance und Aufklärung. Welche Techniken und Methoden nutzten sie, um gesuchte Informationen zu finden? Wie haben sie ihr Wissen verwaltet und verarbeitet? Welche Kräfte und Kontexte bewirkten in diesem Zeitraum Veränderungen der Praktiken und Institutionen der Wissensproduktion? Heutige Visionäre digitaler Wissenswelten wollen uns davon überzeugen, dass wir uns in eine Gesellschaft hineinbewegen, in der immer mehr Menschen immer mehr wissen. Löst guy sich von der Fixierung auf das bloße Wachstum von Daten und deren digitale Verarbeitungsmöglichkeiten, zeigt sich die beschränkte Erklärungskraft von einfachen Fortschrittsgeschichten. Auch darum geht es dem Autor: um die historische Relativierung der viel beschworenen »digitalen Revolution«, die vieles von ihrem revolutionären Charakter verliert, lässt guy sich genauer auf die buchgestützte Welt und ihre Werkstätten ein. Wissen conflict damals und ist noch heute ein vermitteltes Produkt, das nicht einfach vorliegt, das sich nicht bloß aus Einsichten und Ideen ergibt. Wissen ist immer auch ein Produkt, das historisch wandelbaren Praktiken und Werkzeugen unterliegt, die eher anonym wirksam und deshalb schwer fassbar sind.

Helmut Zedelmaier Studium der Geschichte, Germanistik, Politik und Soziologie; 1989 advertising; 1996 Habilitation in Neuerer Geschichte; seit 2004 außerplanmäßiger Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

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Die Angabe „T. 1374“ verweist auf die Quelle der Information (Johannes Trithemius). In einer Belegliste im Vorspann der Bibliotheca universalis werden die Quellen aufgeschlüsselt. Der aufschlussreiche Index 27 Abb. 7b: Anführungszeichen in Einträgen (oben) verweisen darauf, dass wörtlich zitiert wird (oft aus Vorworten verzeichneter Werke); Hinweise wie „nescio ubi legi“ (vgl. „CINGVLI“) zeigen an, dass Informationsquellen ungesichert sind. 28 Wissen suchen mit der humanistisch erweiterten artistischen Fakultät.

CINGVLI“) zeigen an, dass Informationsquellen ungesichert sind. 28 Wissen suchen mit der humanistisch erweiterten artistischen Fakultät. 61 Nur zur Theologie erschien im folgenden Jahr unter dem Titel Partitiones theologicae ein eigenständiger Band; die Medizin allerdings, Gessners eigentliche Profession, blieb auf der Strecke. Jedes Wissensfach der Pandectae wird durch Schlagworte („tituli“) aufgegliedert, die zentrale Kategorien oder Namen von literarischen Gattungen repräsentieren. Listen solcher Schlagworte sind den behandelten Wissensfächern zur Orientierung jeweils vorangestellt (vgl.

So bezeichnet Morhof das (erstmals 1582 publizierte) Seminarium totius Philosophiae, ein Kompilationswerk des italienischen Gelehrten Giovanni Battista Bernardi, als wenig nützlich, da dieser sein Material nicht durch eigene Lektüre, sondern ausschließlich durch das Konsultieren von „Indices“ erworben habe. 131 Morhof ist auch ein scharfer Kritiker von Werken, die Wissen in ausgeklügelte, mit dem Anspruch einer endgültigen Wissenschaft auftretende Ordnungssysteme eingrenzen. Als Beispiel dient Zwingers Theatrum.

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